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Online Journalismus

Trotz der Konjunkturflaute der letzten Jahre müssen die Web-Präsenzen von Medienunternehmen, Rundfunkanstalten und nicht zuletzt Online-Portale redaktionell betreut werden. Angesichts einer stetig steigenden Informationsflut wird qualitativ hochwertiger Content immer wichtiger.

Die gewagten Prognosen für die Medienwelt - demnächst erwarte uns eine papierlose Zukunft - sind nicht eingetreten. Gleiches gilt für die Vielzahl von Arbeitsplätzen, welche Online-Journalisten bis vor wenigen Jahren in Aussicht gestellt war. Die "New Economy" hat sich noch nicht vollständig von ihrer Krise erholt und doch meint Prof. Klaus Meier, der den Lehrstuhl für Online-Journalismus in Darmstadt inne hat, dass Online-Journalismus und Online-PR zwar nicht mehr trendy, aber nach wie vor sexy seien. Beide Berufsfelder haben spannende Perspektiven. Langfristig kann sich der Konjunktureinbruch als ein reinigendes Gewitter erweisen, das dem Berufsstand nur zu Gute kommt.

Bei den Kollegen von den Printmedien hatten Online-Redakteure lange einen schlechten Ruf. Der Generalverdacht, unter dem der Online-Journalismus stand, war: Schnell, oberflächlich, fehlerhaft. Diese Vorwürfen stammen aber laut Markus Deggerich, einem Redakteur von Spiegel Online, aus der Gründerzeit. Qualitative Standards, die in internationalen Preisen wie dem Online Journalism Award (USA), den European Journalism Award und dem Grimme Online Award ihre Anerkennung finden, haben sich in der Branche mittlerweile etabliert.

Online-Redakteur, aber nicht unbedingt Web-Designer

Die technische Komponente des Berufsbildes spielt heutzutage nur noch eine untergeordnete Rolle, denn entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil muss ein Online-Journalist kein halber Screen-Designer sein. Die technologischen Neuerungen in den Neuen Medien erlauben es den Redakteuren, sich auf Ihre Kernkompetenz zu konzentrieren. Ein guter Online-Journalist ist in erster Linie ein guter Journalist und bei Tätigkeiten in modernen Redaktionen werden häufig nicht mal mehr html-Kenntnisse benötigt. Für die Bedienung eines Redaktionssystems der neueren Generation sind Kenntnisse in der Textverarbeitung ausreichend.

Spezielle Studiengänge für Online-Journalismus existieren erst seit einigen Jahren, doch entsprechende Seminare gehören in den meisten Journalistik-Studiengängen zum Lehrplan. Die Rezeptionsbedingungen am Bildschirm sind die Grundlage für die mediengerechte Produktion von Texten. Onlinerecherche und medienrechtliches Wissen für das Publizieren im Netz gehören zum Handwerkszeug eines jeden Online-Journalisten. Im Hinblick auf die späteren Beschäftigungsmöglichkeiten wird die Vorbereitung auf nicht journalistische Arbeitsfelder explizit mit einbezogen.

Berufsperspektive

Neben den klassischen Jobs bei einem Online-Auftritt einer Zeitung, Zeitschrift oder einer Rundfunkanstalt finden Online-Journalisten Betätigungsfelder in den Informations- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen, Verbänden und Kommunen. In Darmstadt kann der eigene Schwerpunkt im Hauptstudium zwischen Online-Journalismus und Online-PR/Öffentlichkeitsarbeit gewählt werden.

Ausschlaggebend für die Berufsperspektiven wird sein, was die Verlage und Medienunternehmen aus den Chancen, die das Internet bietet, machen. Die Formate, die in ein paar Jahren zu betreuen sein werden, sind höchstwahrscheinlich noch gar nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass der Online-Leser auf der Suche nach Qualität ist und jeden Tag aufs Neue erobert werden will.

Wo kann man Online Journalismus studieren? >

Ulrike Hartmann
hartmann@no-spamstudieren.de

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